Entweder Oder

Auf meiner Gruppe ist ein Autist, der es mag, fixiert (d.h. mit Gurten am Bett festgeschnallt) zu werden. Bzw es mag, seinen Körper gegen die Fixierungsgurte zu stemmen und ihn so intensiv zu spüren. Wenn er festgemacht werden möchte, geht er zu einem Betreuer und sagt “fest”. Wenn man ihn dann nicht festmacht kann es passieren, dass er nach einiger Zeit seinen Kopf gegen die Wand schlägt, und wir ihn wegen Selbstgefährdung festmachen MÜSSEN.

Es gibt wohl auch Decken, die extra für Autisten angefertigt worden sind und einige kg wiegen, um einen gewissen Druck auf den Körper auszuüben, doch ob diese Decke reichen würde, ist fraglich und die Anschaffung teuer.
Ich bin ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite steht die zum Fixierungszeitpunkt nicht gewisse Notwendigkeit der Fixierung, auf der anderen Seite der Wunsch des Bewohners. Muss man dem nicht nachgehen? Fixiert zu werden ist ja nichts Verbotenes. Aber moralisch als freiheitsentziehende Maßnahme vorbelastet.
Ich finde, er soll fixiert werden, wenn er möchte, nur darf dann nicht der Fehler gemacht werden, ihn mehrere Stunden liegen zu lassen, sondern er muss regelmäßig gefragt werden, ob er aufstehen (“Auf!”) möchte. Denn wir arbeiten schließlich nach dem Begriff der Selbstbestimmung.
Wie seht ihr die Sache (mit den wenigen Informationen aus dem Beitrag)?

Ein Gedanke zu “Entweder Oder

  1. Ein richtiges Zeitgefühl hat er leider nicht. Eine Überlegung währe, ihn in regelmäßigen Abständen zu fragen ob er aufstehen will. Problem: M. spielt gerne seinen kleinen Spielchen, z.B. gibt man ihm etwas zu trinken, fragt, ob er noch etwas will, er sagt nein, man schließt die Limo wieder in den Kühlschrank und er sagt “trinken!”.

    Würde also wahrscheinlich so aussehen, dass wir ihn fixieren und er dann bei der ersten Kontrolle sagt “auf” und das dann ein ewiges Hin und Her geben würde.
    Ziemlich kompliziert, die ganze Situation, mal sehen was sich noch ergibt.

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