Wir fahren auf der Schloss-Dyck-Straße, auf einmal steht vor uns ein qualmender Mercedes auf der Straße, und ein älterer Herr sucht mit dem Gartenschlauch aus seinem Kofferraum einen Wasseranschluss. Diese Dinger sind aber auch immer viel zu kurz, die reichen niemals aus. Gut, dass mein Vater Ahnung von Autos hat.
Also halten wir neben dem qualmenden Fahrzeug an, steigen aus und holen unseren eigenen Schlauch aus dem Kofferraum. Natürlich ist auch dieser viel zu kurz, aber Papa weiß, dass man ihn an den Wasserkanister für die Heizung anschließen kann.
Gesagt getan, wo ist jetzt das Feuer?
Wir öffnen die Motorhaube des brennenden Fahrzeuges. Dort ist aber nichts auffälliges zu erkennen. Mein Vater stellt die alles entscheidende Frage “Haben sie Boxen hinter den Rücksitzen?”, der ältere Mensch verneint dies und mein Vater macht sich sofort daran, die Abdeckung zwischen Rückbank und Kofferraum abzubauen. Und tatsächlich. Die Lichtmaschine. Dieses turbinenartige Gerät scheint defekt zu sein und versprührt Funken und blaue Blitze, die die Rückbank langsam aber sicher schmelzen lassen. Der ältere Herr zielt sofort mit dem Gartenschlauch auf das defekte Teil und dreht das Wasser auf. Stromschlag. Er taumelt rückwärts, es geht ihm aber gut.
Ich bin ratlos. Mein Vater traut sich ins innere des Wagens, ganz nah an die Lichtmaschine heran. Dort! Der Stecker! Ich reiche ihm feuerfeste Handschuhe und mein Vater zieht den Stecker. Glück gehabt!
Die Lichtmaschine geht langsam aus und die Rücksitze qualmen nicht mehr. Der ältere Herr steigt ein und fährt weiter. Jetzt natürlich ohne Licht, was nachts schon nicht ganz ungefährlich ist.
Wir steigen zurück ins Auto und fahren nach Hause. Ganz nebensächlich fragt mein Vater:
“Und, schon gepackt”. Scheiße, wofür denn?
- “Wofür denn?”
“Haha, für New York natürlich”.
Ach ja, New York. War das etwa jetzt schon? Die Zeit vergeht.
“Wir müssen morgen um 10 Uhr am Flughafen sein”.
Nächster Tag. Ich habe gepackt und muss gleich zum Flughafen. Noch schnell eine Mail an erpel, ich hatte völlig vergessen ihm zu sagen dass ich wegfahre. Aus irgendeinem Grund schreibe ich Englisch… wohl zur Übung.
Auf dem Weg zum Flughafen frage ich meinen Vater:
“Wie lange war das nochmal?”
- “3 Wochen”, na gut, das geht ja noch.
Verdammt, ich hab überhaupt keine Ahnung, was ich in New York machen soll oder wo ich wohne.
“Ist das eigentlich ein Urlaub oder eine Sprachreise”
- “Sprachreise. Aber ohne Schule. Also Urlaub”.
“Und wo wohne ich?”
- “Steht alles hier”.
Vater reicht mir einen googlemaps-Ausdruck, der verdächtig nach der Wegbeschreibung zur Party meines Chefs aussieht. Die Straßen heißen nur anders. “Grand Market”, “8th” und “Stationstreet”. Okay. damit sollte ich zurecht kommen.
Am Flughafen verabschiedet sich mein Vater und fährt wieder nach Hause. Ich stehe dort mit meinem riesen Rucksack und meinem kleineren Handgepäck und bin ein wenig traurig. Ganz allein in New York?
Ich denke nach. Kenzo wollte auch nach New York. Schnell, eine Mail schreiben. Beim Abschicken fällt mir ein, dass ich Ungarn und New York verwechselt habe. Kann vorkommen. Ele wollte erst später wieder hin, also bin ich auf mich allein gestellt. Wie mag es dort sein?
Kalt oder warm? Hier ist es grad warm…
Irgendwie bin ich der einzige Tourist, der heute nach New York fliegt. Die anderen Fluggäste sind allesamt Geschäftsleute mit Anzug und Blueberry. Die Dame am Check-In gibt mir aus diesem Grund auch 2 Sitzplätze, einen für mich und einen für meinen Rucksack.
Essen müsse sie für diesen aber nicht mitbestellen.
Im Flugzeug angekommen freue ich mich auf meinen zweiten 11 Stunden Flug und setze die doofe rote Kappe ab. Warum habe ich die denn überhaupt dabei?
Aus den Lautsprechern erklingt “Bittersweet Symphonie” und ich wache auf.
SUUUUPER
So träum ich auch immer…
FÄÄÄÄTTTT
Ich kann aus meinem Feedreader heraus kommentieren. Wie das kommt wollte ich eigentlich bloggen, aber meine Augen taten gestern Abend weh. PHATTT
Boah, ich bin total neidisch, dass du dich so gut dran erinnern kannst. Ich träum manchmal krasse Actionabenteuer, die bestimmt filmreich wären, wenn ich sie am nächsten Tag noch richtig zusammensetzen könnte. Aber ich hab dann nur noch wirre Fetzen und die Gewissheit, dass es ziemlich geil war
krasse sache..
wunderbar, danke fürs aufschreiben.. direkt nachm aufstehen geschrieben?
jaja die welt der träume.. vlt eine nebendimension?!
träume behalten kann man übrigens lernen…
gibs auch seiten zu..
wenn man sich immer an seine träume erinnert kann man sogar anfangen, zu bemerken das man träumt, während man träumt.. wenn man das dann kann is das stichwort “lucid dreaming” oder wachtraum.. dann kann man sich frei und steuernd in traumwelten bewegen… ich hatte als kind mal einen solchen wachtraum.. es war genial.. “ach ich träume ja.. na dann… mach ich ma das und das”